Epiphanias – was für ein Fest?!


Das Epiphaniasfest, das am 6. Januar gefeiert wird, hat viele Namen. Im Volksmund heißt der Tag „Dreikönigstag“ oder „Heilige Drei Könige“. Übersetzt bedeutet Epiphanias „Erscheinung des Herrn“.

Traditionell wird an diesem Tag die Geburt Jesu oder seine Taufe gefeiert, aber auch dass die Weisen aus dem Morgenland das neugeborene Kind in der Krippe in Bethlehem fanden und anbeteten.

Es ist das zweitälteste christliche Fest nach Ostern. Im alten Ägypten feierte man in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore. Insofern ist Epiphanias ein Beispiel für die gängige Praxis, dass christliche Feste den Platz älterer religiöser Feste eingenommen haben.

Während heute noch orthodoxe Christen am 6. Januar Weihnachten feiern, wird bei uns der Tag mit der Aussendung der Sternsinger begangen. Oft auch unterstützt von evangelischen Kindern ziehen sie bunt gekleidet von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln für Projekte in der sog. „Dritten Welt“.

Den Menschen, die sie einlassen, singen die Sternsinger ein Lied und/oder sagen ein Gedicht bzw. ein Gebet auf. Dann hinterlassen sie ein Segenszeichen an der Tür: die traditionelle Segensbitte C+M+B mit der jeweiligen Jahreszahl. Für viele ist dies die Abkürzung der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, für Lateinkundige sind es die Anfangsbuchstaben des Segensspruchs „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus).

In der Ev. Kirche steht im Mittelpunkt des Erscheinungsfestes die Offenbarung der göttlichen Macht und Herrlichkeit Christi. Sie wird mit drei Erzählungen aus den Evangelien verbunden und zum Ausdruck gebracht. Die Verehrung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland wird im 2. Kapitel des Matthäusevangeliums erzählt.

Die Weisen folgten dem Stern und fanden das Kind, in dem sie einen neuen König erkannten und ihn mit hoheitlichen Geschenken bedachten. Im nächsten Kapitel wird die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer erzählt, bei der sich der Himmel auftut und Gott spricht: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Gott bekennt sich also zu seinem Sohn und offenbart so die besondere Stellung Jesu unter den Getauften. Mit dem Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana wird das erste Wunder Jesu erzählt. Jesus macht aus Wasser Wein und setzt so ein Zeichen für die Feier des Lebens im Reich Gottes. Dass die Epiphaniaslieder den königlichen Herrscher und starken Erlöser besingen, ist deshalb kein Wunder.

Bertram Weber, Pfarrer

Bertram Weber, Pfr. Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
1. Vorsitzender - Stiftung: Evangelisch in Neunkirchen und Synodalbeauftragter Christlich-Islamisches Gespräch im Kirchenkreis Saar-Ost
Bertram Weber, Pfr.
Ernst-Blum-Straße 13
66539 Wellesweiler
Telefon: 06821 - 3 09 11 76




Zurück