Pat und Godi stärken mich


Es ist schon ein besonderes Phänomen, welche Bedeutung das Patenamt heute noch in den Familien hat, besonders auch im Saarland. Das fiel mir besonders auf, als ich das erste mal von der Godi und dem Pat hörte, kannte ich bis dahin doch nur Patentanten und Patenonkel. Da leuchten die Augen, wenn von der Godi gesprochen wird und ein Wochenende mit dem Pat oder der Godi ansteht. „Das hat mir die Godi geschenkt….“

Und wenn ich an verschiedene Taufen denke, dann werden die „Gutsle“-Tütchen teilweise körbeweise liebevoll dekoriert mit dem Foto des Täuflings versehen von Godi und Pat an die Tauffamilie und die Gottesdienstbesucher verschenkt. Ein besonders schöner Brauch, Ausdruck einer überschwänglichen Freude über das zugesprochene Vertrauen der Familie, ein kleines Kind begleiten zu dürfen, ihm zum Freund oder zur Freundin fürs Leben werden zu können. Und wenn die Konfirmanden zur Vorbereitung auf ihre Konfirmation zum Gottesdienstbesuch besonders eingeladen werden habe ich nicht nur einmal erlebt, dass sich Godi und Patenkind Sonntagsmorgens auch schon mal im Gottesdienst verabredet haben.

Ob man an der Mosel Geth und Pat sagt, im Schwäbischen eher Godde und Geddi, im Hessischen und im Pfälzischen die Patin Gode oder Döt und der Pate Petter heißt, überall klingt durch die besonderen Namen die liebevolle Wertschätzung dieses  Patenamtes durch, Kosenamen gleich. Dabei kommt der Begriff „Pate“ vom lateinischen pater spiritualis bzw. patrinus, „Mit-Vater“. Es ist ein christliches Ehrenamt, das ganz persönlich und individuell gestaltet werden kann. Dabei ist der Taufpate dem Täufling bei der Taufe Zeuge des Taufsakramentes und übernimmt bei der Taufe des Kindes die Mitverantwortung, dass das Kind den Glauben, auf den es getauft worden ist, erfahren und selbst leben kann. Viele Paten bemühen sich eine persönliche Beziehung zu ihrem Patenkind aufzubauen und ihm ein Gesprächspartner zu werden. Mir wird dabei immer wieder deutlich, welch besondere Kraft die christliche Gemeinschaft jenseits der familiären Gemeinschaft hat und wie wichtig es ist, sich einander zu begleiten, zu stärken und von der segnenden Kraft weiter zu geben, die höher ist als alle Vernunft. Dazu mögen wir uns gegenseitig immer wieder ermutigen und immer wieder in allen Sprachen davon erzählen.

Christiane Rolffs

 


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