07. März 2017

Was ist neu an der neuen Lutherbibel?


Im Rahmen der Reihe „Themenabende“ stellte Pfarrer Uwe Schmidt die neue Ausgabe der Lutherbibel vor. Die Neufassung folgt drei grundlegenden Kriterien.

Da ist zum einen die Genauigkeit. Die Revision sollte so nah wie möglich an den Inhalten und Aussagen der Urtexte bleiben. Dabei flossen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Geschichte und Theologie in die Bearbeitung ein. So heißt es in der 1984er Ausgabe der Lutherbibel: „Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so dass auch das Boot von den Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief. “ (Matthäus 8,24) Da man heute ein Seebeben als Ursache für diesen Sturm annimmt, wurde daraus: „Und siehe, da war ein großes Beben im Meer, so dass das Boot von den Wellen bedeckt wurde. Er aber schlief.“

Ein zweiter Grundpfeiler der Revision ist die Verständlichkeit. Sprache unterliegt stetigem Wandel, manche Wörter und Redewendungen veralten im Laufe der Zeit und werden irgendwann einmal von den nachkommenden Generationen nicht mehr verstanden. Wer von den Jüngeren weiß heute noch, was eine Wehmutter ist? Der Begriff der Hebamme aber ist jedem geläufig, und so ersetzt er in der 2017er Fassung die Wehmutter. Vielleicht haben Sie einmal Lust, sich dazu die Bibelstellen 1 Mose 38,28 oder auch 1 Mose 35,17 im direkten Vergleich anzuschauen.

Zum Dritten wollte man trotz aller Modernisierungen doch zurückkehren zur Luthersprache. An vielen Stellen liest man nun wieder die kraftvolle und ausdruckstarke Sprache des Reformators. So wurde die „Schlangenbrut“ wieder zu dem, was Martin Luther sich ursprünglich vorgestellt und geschrieben hatte: „Ihr Otterngezücht, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, dem geht der Mund über“ heißt es nun wieder bei Matthäus 12, 34.

Entscheiden Sie selbst, welche Fassung (Luther 1984 oder Luther 2017) Ihnen besser gefällt!

Andrea Reinmann

 


Andrea Reinmann Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Gemeindesekretärin
Andrea Reinmann
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