06. Dezember 2017

65 Jahre Evangelischer Kindergarten


65 Jahre Engagement für die Begleitung und Förderung von Kindern in der Unterstadt - eine Tradition, die das Profil unserer Kirchengemeinde geprägt hat.

Im Jahre 1952 eröffnete die damalige Christuskirchengemeinde in den neu gebauten Wohnblocks der GSG in der Wellesweilerstraße 21a einen Kindergarten.

Zwei kleine Wohneinheiten wurden angemietet, in denen zunächst 70, später wegen der räumlichen Enge nur noch 50 Kinder betreut wurden. Keine leichte Anfangssituation damals, zumal es noch an vielem fehlte.

Aufgrund der schlechten räumlichen Bedingungen kam es 1980 zum Umzug in das Anwesen Goethestraße 22. Das Haus wurde mit tatkräftiger Hilfe von Eltern und des Fördervereins renoviert.

Als das neue Gesetz in Kraft trat, dass jedes Kind von 3 Jahren ein Recht auf einen Kindergartenplatz hat, trat die Stadt NK mit der Idee einer Kooperation an die Kirchengemeinde heran. Und so kam es 1997 zu einem Kooperationsvertrag zwischen der Stadt NK und der Christuskirchengemeinde. Die Stadt baute das Anwesen Goethestraße 24-26 zu einem 5-gruppigen Kindergarten um. Die Stadt beteiligt sich an den Personal- und Sachkosten, Träger bleibt die Ev. Kirchengemeinde. Am 1.Sept. 1997 ziehen 125 Kinder mit ihren Erzieherinnen in das große Haus ein. Nun galt es das Haus mit Leben zu füllen und ein gutes Miteinander auf den Weg zu bringen.

Als sich die Kirchengemeinde entschließt dem Verbund ev. Kindertagesstätten im Saarland beizutreten, kam es 2012 zum Trägerwechsel. In guter Zusammenarbeit nehmen seitdem Kirchengemeinde und Verbund die Verantwortung für die Kita wahr.
Vieles hat sich verändert in den vergangenen Jahren und die Aufgaben von Erzieherinnen und Erziehern sind weitaus vielfältiger geworden.

So gehört beispielsweise seit einigen Jahren auch das Qualitätsmanagement zu den Aufgaben einer ev. Kita. Daher sind wir zertifiziert und besitzen wie auch alle anderen Kitas im Verbund das Ev. Gütesiegel.

Im sog. Kooperationsjahr begleiten wir gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern der Bachschule die Schulkinder zur Vorbereitung in die Schule.
Wir bieten in der Arche Noah das Programm „Früh-Deutsch-Lernen“ an, zur Sprachförderung ausländischer Kinder im letzten Kiga-Jahr, um den Übergang zur Schule zu erleichtern.

Im Projekt Sprungbrett sind wir mit anderen Kitas und der Grundschule im Umfeld, sowie Jugendamt und Gesundheitsamt gut vernetzt, was den Übergang zur Schule angeht.

Seit letztem Jahr sind wir eine vom Bundesministerium ernannte „Sprach-Kita“, d.h. wir fördern gezielt und bewusst Sprache in Alltagssituationen, haben die interkulturelle Zusammenarbeit mit Eltern im Blick und bilden uns als Team zusammen mit einer Sprachfachkraft weiter.

20 Jahre begleiten wir nun schon Kinder in der Arche Noah, Kinder unterschiedlicher Kultur, Sprache und Religion. Von daher könnte unser Name passender nicht sein. Arche Noah ist mehr als ein Name, es ist eine Haltung, ein evangelisches Profil das sich kontinuierlich weiterentwickelt hat. An Bord der Arche sind alle angenommen mit all ihren Besonderheiten – so lautet unser Leitsatz. Willkommenskultur wird bei uns groß geschrieben. Damals wie heute.

Antoine de Saint Exypery hat einmal geschrieben „Wenn du ein Schiff bauen willst, trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen weiten Meer.“ Ich finde, ein schönes Bild für die Begleitung von Kindern. Wir alle bauen stets weiter an der großen Arche. Jeder bringt sich ein, mit all seinen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten. Und in allen Kleinen und Großen schlummern Visionen und Träume, wohin die Fahrt gehen soll. Kinder haben sehr wohl schon ein Gespür dafür, was sie brauchen, was sie lernen wollen, was sie interessiert oder auch nicht. Diese Sehnsucht zu wecken nach eigenständigen Zielen, nach Ausprobieren und die Welt entdecken wollen – das ist Pädagogik pur.

„Wohin die Reise geht, hängt nicht davon ab, woher der Wind weht, sondern wie wir unsere Segel setzen“ Auch ein sehr passendes Bild für unsere Arche Noah. Winde gab es in den 20 Jahren aus vielen Richtungen. Sanft Brisen oder auch Sturmwinde. Ja, stürmische Zeiten hatten wir gerade im letzten Jahr mehr als uns lieb war, bedingt durch Personalengpässe, durch Abschiede und Neueinstiege. Doch auch das haben wir gemeinsam gemeistert.

Wir an Bord haben unsere Segel stets bewusst gesetzt, nicht immer mit dem Wind, manchmal auch gegen den Strom. Wir haben Stürme überstanden, uns in Flauten treiben lassen u. volle Fahrt voraus den erfrischenden u. belebenden Fahrtwind genossen.

Neue Ideen und Anforderungen von außen haben wir mit Neugier u. Interesse umgesetzt, jedoch nie unreflektiert. Wir orientieren uns stets an dem, was Familien und Kinder hier in unserem besonderen Umfeld brauchen und auch an dem, was unser ev. Profil ausmacht. Ganz egal, woher der Wind auch weht. Wir stehen zu dem, was uns als Arche Noah ausmacht und zu was wir uns als ev. Kita berufen sehen. Welch ein Glück , kann ich nur sagen, dass Gott uns in all den Jahren Kraft, Mut und Muse geschenkt hat, unsere Segel in jeder richtig zu setzen und den Kurs zu halten und auch ein Wendemanöver nicht zu scheuen. Welch ein Glück, dass Gottes guter Geist uns immer wieder beflügelt, die gute Gemeinschaft aller Beteiligten Bord miteinander zu pflegen und zu bewahren.


Petra Hübchen


Petra Hübchen Evangelische Kindertagesstätte "Arche Noah"
Petra Hübchen
Goethestraße 24-26
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821 / 2 18 20




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