05. Dezember 2017

LIGA Saar legt Positionspapier zum Thema „Altersarmut“ vor


Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar hat ein Positionspapier zum Thema „Altersarmut vorgelegt. Denn das Armutsrisiko der über 65-Jährigen im Saarland ist nach Angeben der Saarländischen Armutskonferenz in den Jahren 2005 bis 2013 von 11 Prozent auf 17,2 Prozent gestiegen.

„Gerade jetzt in der vorweihnachtlichen Zeit bricht für viele Menschen im Saarland, besonders für viele ältere Menschen, eine besonders harte und leidvolle Zeit an,“ sagt Wolfgang Biehl, Vorsitzender des Ausschusses  „Armut“ der Liga. Während ein Großteil der Mitbürger das Weihnachtessen plant, Geschenke kauft und sich auf die Feiertage freut, ist es gerade für viele ältere Menschen oftmals schon schwer, zur Teilhabe am weihnachtlichen Gemeinschaftsleben die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bezahlen zu können, vom Kauf der Geschenke für die eigene Familie oder Freunde einmal ganz abgesehen. Aus Scham oder Angst nicht dazu zu gehören, ziehen sich viele zurück und isolieren sich. So sorgt „Altersarmut“ für soziale Ausgrenzung, die in den letzten Jahren stetig zugenommen hat.

 

Die LIGA hat sich  in einer ausführlichen Stellungnahme erneut diesem Thema angenommen. So ist das Armutsrisiko der über 65-Jährigen im Saarland in den Jahren 2005 bis 2013 von 11 Prozent auf 17,2 Prozent gestiegen (Quelle: Saarländische Armutskonferenz). Dabei verzeichnen die Männer ab 65 Jahren ein Quote von 13,8 Prozent, Frauen über 65 Jahre 19,8 Prozent. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass sich dieser Entwicklungsverlauf in der Zukunft fortsetzen und dramatisch verschärfen wird.

 

Die Gründe hierfür liegen nicht nur in einer fehlgeleiteten Alterssicherungs- und Krankenkassenpolitik in den vergangenen Jahren, sondern auch an der Zunahme von unstetigen Erwerbsbiografien, sowie Erwerbsunfähigkeiten, die nur eine minimale Altersrente hervorbringen und so in die Spirale der Altersarmut führen.

 

Aus den Daten der Armutsuntersuchungen und tatsächlichen Arbeitslosenzahlen kann geschlossen werden, dass in Zukunft zunehmend mehr Menschen finanziellen Unterstützungsbedarf haben werden, um auf Grundsicherungsniveau leben zu können. Gerade in den Bereichen Steuer- und Finanzpolitik, insbesondere der Rentenpolitik, aber auch der Wohnungs- und Verkehrspolitik, bedarf es laut der LIGA Saar einem deutlichen Kurswechsel.

 

„Mit unserer Stellungnahme möchten wir nicht nur auf die Problematik der Altersarmut hinweisen, sondern wir haben auch versucht, durch konkrete Fallbeispiele die menschlichen Dramen, die hinter einer solchen sonst anonymen Altersarmut stehen, zu verdeutlichen. Insbesondere bieten wir hier auch ausführliche Lösungsansätze, die für uns als Wohlfahrtsverbände unbedingt von der Politik aufgenommen werden sollten, um diese dramatische Entwicklung in unserem Land endlich zu stoppen.“, so Wolfgang Biehl weiter.





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