Ausstellung „Arzt der Armen“ eröffnet


Am vergangen Freitag fand in der Christuskirche die von der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen und dem Diakonischen Werk organisierte Vernissage zur Ausstellung „Arzt der Armen“ statt.

Gezeigt werden eindrückliche Fotos des Fotografen Andreas Reeg, der den Mediziner Prof. Dr. Gerhard Trabert aus Mainz und sein Team drei Jahre lang bei seiner Arbeit mit Wohnungslosen begleitet hatte.

Die Vernissage wurde durch Pfarrerin Britt Goedeking feierlich eröffnet. Die Grußworte sprachen der Neunkircher Landrat Sören Meng und der Vertreter des Kirchenkreises Saar-Ost Pfarrer Reinhold Wawra. Kantor Nino Deda an Flügel und Akkordeon rahmte den Festakt musikalisch.

Danach kam Prof. Trabert selbst zu Wort, um etwas über das Fotoprojekt zu erzählen. Mit Blick auf die Armut in unserem reichen Land sagte er, sie dürfe bei uns nicht zur Normalität werden. Es sei auch nicht damit getan, Bettlern 2 Euro zu geben und dann einfach weiterzugehen. Besser sei es, das wichtigste zu opfern, was man habe: 5 Minuten der eigenen, kostbaren Zeit. Zugleich sprach er eine Warnung aus, denn Obdachlosigkeit könne wirklich jeden treffen. Arbeitslosigkeit, ein Kind alleine zu erziehen oder ein Schicksalsschlag könnten auch gut situierten Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen. Wer dann kein soziales Netz habe, das ihn auffange, sei gefährdet, auf der Straße landen. Davor sei niemand gefeit. Zudem habe Armut viele Gesichter und er wolle nicht die Armut der einen gegen die Armut er anderen ausspielen. Er selbst sei als Arzt nicht nur in Mainz, sonder in vielen Ländern der Erde unterwegs und erst vor zwei Wochen aus Nordsyrien zurückgekehrt, wo die Menschen immer noch unter katastrophalen Bedingungen lebten. Angesichts dieser Erlebnisse zeigte er sich entsetzt über die politischen Debatten in Deutschland in der Flüchtlingsfrage.

Dass Professor Trabert überhaupt hat zur Vernissage kommen können, ist alleine dem Umstand zu verdanken, dass das Schiff „Sea Watch“ der zivilen Seenotretter von der maltesischen Regierung am Auslaufen aus dem Hafen gehindert wird. Eigentlich wollte er zur Zeit auf dem Mittelmeer unterwegs sein, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Oktober nach den Gottesdiensten und nach Vereinbarung in der Christuskirche zu sehen.

Michael Hilka, Pfarrer

 


Britt Goedeking, Pfr`in Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Vorsitzende des Presbyteriums
Britt Goedeking, Pfr`in

Arbeitskreis Ehrenamt und Synodalbeauftragte für Gottesdienst im Kirchenkreis Saar-Ost


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66538 Neunkirchen
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