Dämmerschoppen im Martin-Luther-Haus
Die Kirchengemeinde Evangelisch Mittendrin lädt am Freitag, 23. Januar 2026, um 18 Uhr wieder zum beliebten Dämmerschoppen in das Martin-Luther-Haus nach Neunkirchen-Furpach ein. weiterlesen
Am ersten Freitag im März feiern christliche Frauen auf der ganzen Welt den Weltgebetstag. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ steht in diesem Jahr Nigeria im Mittelpunkt. Über 40 Damen sind in Elversberg zu einem Werkstatttreffen zusammengekommen, um gemeinsam den Weltgebetstag vorzubereiten und sich mit dem Gastland zu beschäftigen.
„Wenn Sie am Schluss nicht wissen, was Sie von Nigeria halten sollen, ist das genau richtig“, gab Referentin Dagmar Müller von den Evangelischen Frauen im Rheinland zu Beginn des Seminars den Teilnehmerinnen mit auf den Weg. Und tatsächlich skizziert Müller an diesem Vormittag im Rahmen einer umfassenden Präsentation das Bild eines in Europa wenig bekannten Landes voller Widersprüche, aber auch mit großem Potenzial.
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. In der größten Stadt Lagos leben auf gleicher Fläche vier- bis fünfmal so viele Menschen wie in Berlin. In der aufstrebenden Wirtschaftsmacht klafft die Schere zwischen extremer Armut und großem Reichtum weit auseinander. Außerhalb der modernen Millionenstädte lebt über die Hälfte der Bevölkerung ohne durchgängigen Zugang zu Strom und fließendem Wasser. Im überwiegend muslimischen Norden, der in jüngster Zeit vor allem wegen Entführungen von Schülerinnen durch eine Terrorgruppe für Furore sorgte, wird vielen Mädchen aus religiösen Gründen der Zugang zur Bildung erschwert. Für alleinstehende und verwitwete Frauen ist es nicht leicht, in der patriarchalisch geprägten Gesellschaft ihren Platz zu finden.
„Eindrucksvoll“ empfand Teilnehmerin Christiane Siewert aus Sulzbach die Präsentation zu Nigeria. Sie habe sich schon zu Hause ein wenig eingelesen, verrät sie, aber in dem Vortrag sei ihr nochmal bewusst geworden, wie groß und vielfältig das Land eigentlich sei – und welchen Gefahren die Frauen dort ausgesetzt sein können. „Umso beeindruckender ist es, dass auch Frauen dagegen aufstehen“, sagt sie.
In den Gottesdiensten zum Weltgebetstag werden ausgewählte Frauen aus Nigeria in Texten selbst zu Wort kommen – mit ihrer jeweiligen Lebensgeschichte, ihren Sorgen, Wünschen und Hoffnungen – und der Kraft, die sie aus ihrem christlichen Glauben schöpfen. Dazu gibt es viele launige Lieder, die einen Eindruck vom Lebensgefühl in Nigeria vermitteln, mit Titeln wie „Sehnsucht nach einer besseren Welt“ oder „Komm zu mir“.
Die Teilnehmerinnen der Weltgebetstags-Werkstatt gehen nun vollgepackt mit Eindrücken und Ideen in die Vorbereitung ihrer Angebote in den Kirchengemeinden und Pfarreien vor Ort. Manche Termine am 6. März stehen bereits fest.
In Landsweiler wird der Weltgebetstag traditionell ökumenisch begangen – diesmal im katholischen Pfarrzentrum – und mit einem umfangreichen Nachmittagsprogramm gestaltet. „Wir beginnen mit Kaffee und Kuchen, dazu gibt es Informationen und Bilder zum Gastland“, erzählt Monika Schuler aus Landsweiler. An das gemütliche Beisammensein schließe sich der Weltgebetstags-Gottesdienst an.
Dass der Weltgebetstag nicht nur für Frauen gedacht ist, zeigt sich an der umfangreichen Materialsammlung, die vom Weltgebetstagskommitee bereitgestellt und in viele Sprachen übersetzt wird. Mittlerweile gibt es Vorlagen und Online-Seminare zur Vorbereitung zielgruppenorientierter Angebote, beispielsweise für Jugendliche, Kinder oder Gottesdienste in Seniorenheimen.
Christiane Siewert greift gerne auf diese Angebote zurück. Schon im vergangenen Jahr war sie zum Weltgebetstag in einer Sulzbacher Kindertageseinrichtung unterwegs. Diesmal plant sie zudem einen Besuch in einer Saarbrücker Grundschule. Altersgerecht soll das Angebot sein, aber gleichzeitig den Kindern Lust machen, mehr zu erfahren. „Ein Schwerpunkt liegt auf der Tier- und Pflanzenwelt des Gastlandes“, erzählt die ehemalige Lehrerin. Wie im letzten Jahr will sie auch wieder landestypische Tiere als Häkelfiguren gestalten und mitbringen, dazu vielleicht eine Karte von Nigeria aus Tüchern legen.
Alle Angebote zum Weltgebetstag im Saarland werden Ende Februar auf den Webseiten des Saarverbands der Evangelischen Frauenhilfe (www.frauenhilfe-saar.de) und des Bistums Trier (www.bistum-trier.de) veröffentlicht.
Hintergrund:
Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und am ersten Freitag im März in mehr als 150 Ländern rund um den Globus gefeiert. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören in der weltweit größten ökumenischen Frauenbewegung untrennbar zusammen. Der Weltgebetstag unterstützt jährlich mehr als 100 Projekte für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt. die Spenden stärken Frauen vor Ort, damit sie für ihre Rechte aufstehen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.