16. Juli 2019

Petra Schmidt ist die neue Vorsitzende des Kreisverbandes Ottweiler


„Die Frauenhilfe bietet viel mehr als nur die regelmäßigen Treffen zum Plaudern bei Kaffee und Kuchen. Wir sind keine Kaffeetanten! Wir interessieren uns sehr für gesellschaftliche und auch politische Entwicklungen“, sagt Petra Schmidt, neue Vorsitzende des Kreisverbandes Ottweiler der Frauenhilfe.

Nach drei Jahrzehnten hat Heidi Walbrodt im Frühjahr ihr Amt als Kreisverbandsvorsitzende niedergelegt. Als Nachfolgerin wurde ihre langjährige Stellvertreterin Petra Schmidt gewählt. Gemeinsam mit Gudrun Schreiber (Neuweiler), ihrer Stellvertreterin und Schriftführerin, sowie der Kassenführerin Doris Siebert (Wiebelskirchen) ist Schmidt nun Ansprechpartnerin für alle Frauenhilfe-Gruppen im Kirchenkreis Saar-Ost. Der Kreisverband ist zudem das Bindeglied zwischen dem in Bonn angesiedelten Landesverband der Frauenhilfe im Rheinland und den mehr als 20 Frauenhilfe-Gruppen im Kirchenkreis.

Der Vorstand will einen engen Kontakt zu den Gruppen in den Kirchengemeinden  pflegen und für jede ein offenes Ohr haben. Der Kreisverband sei offen für Anregungen aus den Gruppen und gebe diese auch gerne an den Landesverband weiter, betont Schmidt.

Das oft belächelte Kaffeetrinken habe übrigens einen hochpolitischen Hintergrund, erzählt die Vorsitzende: „Im Zuge der Gleichschaltung im Dritten Reich wurde die  Frauenhilfe verboten.“ Doch um dieses Verbot habe man sich nicht geschert. „Aus Protest hat man sich weiterhin zu Kaffee und Kuchen getroffen. Bis heute ist die Kaffeetafel Tradition geblieben“, so Schmidt.  Außerdem würden Bastel- und Singnachmittage angeboten und in Gesprächsrunden gesellschaftliche und politische Themen wie der Klimaschutz oder die Inklusion diskutiert.

Wie Kirche hat heute auch die Frauenhilfe mit stetig sinkenden Mitgliederzahlen und Überalterung zu kämpfen. Brachten es die einzelnen Gruppen im Kirchenkreis Saar-Ost vor 30 Jahren noch auf rund 3000 Mitglieder, sind es heute nur noch etwa 900. Früher waren die Treffen der Frauenhilfe oft die einzige Möglichkeit für die Frauen, sich mit anderen auszutauschen. Heute, da sind sich Schmidt, Schreiber und Siebert einig, sind die Frauen oft enormen Alltagsbelastungen ausgesetzt. Und für die rare Freizeit stehe eine Vielzahl von Angeboten bereit. Zur Frauenhilfe kommen daher oft nur die Älteren.

Der Vorstand will die örtlichen Frauenhilfen nun ermuntern, verstärkt Alleinstehende anzusprechen: Ein großes Thema sei heute die Vereinsamung von Frauen, vor allem im Alter und nach dem Tod des Partners. „Wir machen ein Angebot, mit anderen zusammenzukommen und Kontakte zu pflegen. Leider ist die Hemmschwelle bisher oft hoch“, bedauert auch Doris Siebert.  Der Vorstand will für die Problematik sensibilisieren. Gleichzeitig appelliert er an Betroffene, einfach mal in einer der Gruppen vorbeizuschauen.

Auch angesichts künftiger Herausforderungen ist die neue Vorsitzende fest überzeugt: „Die Frauenhilfe wird bleiben!“

                                                                                                         Andrea Reinmann





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