„Trara, das tönt wie Trompetenschall“


Die Orgel in der Ev. Christuskirche Neunkirchen-Innenstadt hat eine Trompete mit 56 Pfeifen, also für jede Tonhöhe eine. Leider waren die sich nicht mehr ganz einig, wie Trompete zu klingen hat, und so kam ein großes Durcheinander von Klängen aus der Orgel.

Orgelbaumeister Müller aus Merxheim hat sich der Sache angenommen. Alle Pfeifen mussten rausgenommen, auseinandergelegt, gereinigt, zusammengebaut und funktionssicher eingerichtet werden. Im Bild 1 stehen wieder fast alle drin.

Im Bild 2 ist zu sehen, wie die Teile der Pfeife und auch Werkzeuge geformt sind. Da gibt es von oben nach unten: ein Holzwerkstück, das eine Biegung hat, die die Zunge der Pfeife „aufwerfen“, also biegen kann, dann ein Stückchen Stahlwolle zum Polieren, dann die Pfeife selbst dreiteilig: Kehle, Nuss und Becher mit einem Stäbchen davor, mit dem die Zungenlänge bestimmt werden kann = die Pfeife gestimmt wird. Dann ein Holzkeil und daneben die Zunge, die über die Kehle gelegt wird, dann entsteht Luftschwingung ähnlich wie in der Harmonika. Unten noch ein Messerchen zum Schneiden oder Abrunden.

Dann kam die Hauptarbeit, genannt Intonation. Jede Pfeife wird auf Präzision, Lautstärke und Strahlkraft des Tones genau eingestellt. In Millimetern an Länge und Dicke der Zunge, Schwingungsvorgang der Zunge und Einstellung der Expression wird solange ausprobiert, bis jeder Ton genau so klingt, wie er klingen soll. Bisher war der Hauptklang in Richtung laut und spitz gegangen. Natürlich war die Trompete 1972 auch so bestellt worden, das entspricht aber nicht mehr ganz den heutigen Vorstellungen: die Trompete darf ruhig kräftig tönen, soll aber auch rund sein, damit sie immer noch wohlig im Klang bleibt.

Die Intonation der Trompete wurde von einem großzügigen Spender finanziert. Von hier aus sage ich herzlichen Dank.

 

Kreiskantor u. Kirchenmusikdirektor,

Helmut Werz

 


Helmut Werz Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Kreiskantor u. Kirchenmusikdirektor
Helmut Werz
Am Enkerberg 2
66540 Neunkirchen-Wiebelskirchen
Telefon: 06821 / 8 78 36
Telefax: 06821 / 50 15 91




Zurück