Ende einer Arä: Helmut Werz geht in den Ruhestand


An einem Februartag im Jahre 1986 kam Helmut Werz zum ersten Mal nach Neunkirchen. Aus Dortmund, wo er kurz zuvor sein Studium der Kirchenmusik abgeschlossen hatte, war der junge Mann zum Vorstellungsgespräch für die ausgeschriebene Kantorenstelle in der damaligen Christuskirchengemeinde angereist.

„Die Hüttenstadt wirkte in der gedrückten Stimmung des trüben Wintertages zunächst ja nicht sehr einladend auf mich“, erinnert sich Werz. „Doch dann sah ich die imposante Christuskirche im Herzen der Stadt, wo mich Pfarrer Udo Blank und Gemeindehelfer Udo Burkhardt freundlich und herzlich empfingen.  Gerade frisch renoviert, erstrahlte das Innere der Kirche in neuem Glanz und ich war beeindruckt. Als ich mich dann zum ersten Mal an die Orgel setzte, war es für mich ganz klar: Hier will ich arbeiten“.

Er bekam die Stelle  – und wird schließlich 34 Jahre lang, zunächst als Gemeindekantor in Neunkirchen, später dann zusätzlich als Kreiskantor im Kirchenkreis Saar-Ost, Dienst getan haben, wenn er zum 31. März 2020 in den wohlverdienten Ruhestand tritt.  Unzählige  Male saß Werz an den Orgeln in den Gotteshäusern unserer Gemeinde,  um Gottesdienste und Hochzeiten, aber auch besondere Festveranstaltungen und Konzerte mit seinem meisterhaften Spiel zu gestalten und zu bereichern. Er leitete die Kantorei der Christuskirche, die Flötengruppe und den  Singkreis Sinnerthal.

Mit der Übernahme des Amtes eines Kreiskantors im Jahre 1989 wuchsen die Aufgaben. Zu seinen Pflichten gehörten fortan die Unterrichtung von mindestens vier Schülern im Orgelspiel sowie die Leitung eines kreiskirchlichen Chores, den Werz dann  1993 mit den  „amici musicae fideles“ ins Leben rief. Auch eine nicht zu unterschätzende Menge an Beratungs- und Verwaltungsaufgaben hat ein Kreiskantor zu bewältigen. Eine Anerkennung seiner Verdienste erfuhr Werz im Jahre 2016, als ihm der Ehrentitel des Kirchenmusikdirektors verliehen wurde.

Von den vielen verschiedenen Aufgaben habe ihm das Unterrichten immer besonders am Herzen gelegen, sagt Helmut Werz. „Ich finde es faszinierend, zu überlegen, wie ich Wissen und Kenntnisse vermitteln kann, wie ich erreichen kann, dass der Lernende die Lerninhalte wirklich in seinem tiefsten Inneren erlebt, und sich nicht etwa nur Techniken und Fingerfertigkeit  antrainiert.“  Genauso faszinierend ist für Werz, aus guten Instrumenten gute Töne zu hören. Mit  entsprechender Begeisterung hat er gemeinsam mit einem professionellen Orgelbauer bereits viele Orgeln intoniert. „Es ist eine Offenbarung, wenn der Ton stimmt“ sagt er.

Nach den vielen Berufsjahren freut sich Helmut Werz nun auf den Ruhestand. Doch der wird wohl eher umtriebig  werden, denn es ist abzusehen, dass er weiterhin Schüler unterrichten wird. Auch eine  Musikschule möchte ihn sehr gerne als Lehrer gewinnen, und der oben erwähnte Orgelbauer möchte auf seine Unterstützung künftig ebenfalls nicht verzichten. „Aber an erster Stelle steht fortan an das Privatleben“, sagt Werz und lacht. „Und zwar ganz zuoberst die Opafreuden mit meinem Enkelkind, das im Frühjahr ein Jahr alt wird.  Außerdem freue ich mich auf die Gartenarbeit und träume davon, mir eine schöne Spielzeug-Eisenbahn aufzubauen!“

Alles Gute, lieber Helmut, und danke für die vielen schönen Jahre!





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