Ein Frühstücksgruß in Zeiten vom Corona


Seit Wochen vielen Wochen ist die Kita nun geschlossen – irgendwie eine sehr „unwirkliche Zeit“ für kleine und große Menschen. Erzieherinnen und Erzieher verstehen diese Notwendigkeit der Schließung, doch wie sollen Kinder das verstehen.

Sie haben Heimweh nach ihren Freunden und Freundinnen und natürlich auch nach ihren Erzieherinnen und Erziehern. Sie vermissen all die wunderbaren Möglichkeiten zum Spielen in unserem großen Haus, aber vor allem vermissen sie auch das tägliche leckere Frühstücksbuffet mit allem was das Herz begehrt.

Viele Kitas versorgen per Post oder mail Kinder mit Bastel- oder Spielangebote. Wir hatten da eine ganz andere Idee. Wir wollten ein wenig das Heimweh stillen, indem wir die Kinder mit einem Frühstücksgruß aus ihrer Kita überraschen wollten. So hat jedes Kind von seiner Bezugserzieherin oder seinem Bezugserzieher einen sehr persönlichen Brief erhalten mit einer Einladung zur Kita.

Wir sind sehr dankbar, dass unsere Kirchengemeinde uns den geplanten Frühstücksgruß mit 650 Euro finanziert hat. So wurden für 125 Kinder Tüten im Wert von je 5 Euro gepackt mit allem, was sie in ihrer Kita lieben: Cornflakes, Milch, Äpfel, Bananen, Müsliriegel, und Waffeln. Natürlich gab es auch noch ein Paar Ausmalbilder und etwas Gebasteltes dazu. Wir freuten uns sehr, dass der „Aktiv-Markt Hoffmann“ aus Spiesen, der uns seit vielen Jahren beliefert, die Idee sehr schön fand und spontan zusätzlich 125 Äpfel und 125 Bananen gespendet hat.

Die Organisation unter Corona-Regeln hat wunderbar funktioniert. Die Familien waren über zwei Tage verteilt im Stundentakt eingeladen und haben sich sehr diszipliniert verhalten. Wir begrüßten die Kinder an beiden Hauseingängen mit Sicherheitsabstand, und jedes Kind durfte sich eine Tüte nehmen. Es waren teilweise sehr emotionale Momente, sowohl Freude als auch Traurigkeit. Das Strahlen in den Kinderaugen hat alle von uns sehr berührt. Die Kinder waren sehr stolz auf ihre vollen Tüten und wollten sie auch selbst nach Hause tragen. Einige Kinder brachten für uns gemalte oder gebastelte Geschenke oder Briefe von zuhause mit, um auch uns eine Freude zu machen.

Für uns war es eine sehr gute Gelegenheit auch ein wenig mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, wie es der Familie insgesamt geht, und wie sie diese schwierige Zeit mit den Kindern zuhause gestalten. Einige Eltern berichteten sehr stolz, dass die Familie sich wieder auf besondere Art findet und man neue Ideen für gemeinsame Aktivitäten entwickelt. 

Die Eltern waren sehr dankbar für den Austausch und für  die Unterstützung durch uns. Zumal die Situation für manche Eltern durchaus auch finanziell schwierig wurde. Plötzlich waren mehrere Kinder zu allen Essenszeiten daheim, während sie sonst komplett über die Kita versorgt waren. Natürlich war diese eine Tüte keine Dauerlösung aber ein sehr schönes Zeichen für Eltern und Kinder, dass wir an sie denken und für sie da sind.

(Petra Hübchen)


Petra Hübchen Evangelische Kindertagesstätte "Arche Noah"
Petra Hübchen
Goethestraße 24-26
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Telefon: 06821 / 2 18 20




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