Segen für die Traurigen


„Gesegnet seien alle, die mir jetzt nicht ausweichen.

Gesegnet seien alle, die mich immer noch besuchen,obwohl sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen.

Gesegnet seien alle, die mir erlauben, von dem Verstorbenen zu sprechen.

Gesegnet seien alle, die mir zuhören, auch wenn es schwer zu ertragen ist, was ich zu sagen habe.

Gesegnet seien alle, die mich trösten, die mir versichern, dass Gott mich nicht verlassen hat!“ 

(frei nach unbekannter Quelle)

Dieses Segenswort lehrte mich ich die Gedanken darüber, dass Segen nicht zwingend zur Folge hat, dass ich sofort glücklich bin bzw. werde.

Wer immer es wagt, traurigen oder gar trauernden Menschen zu begegnen, weiß bestimmt zu schätzen, wie gut es tut, doch das passende Wort zu finden, doch die Berührung zur rechten Zeit gewagt zu haben.

Dies empfinde ich als Gnade in jeder gelingenden Begegnung mit trauernden Menschen. Die Kraft zur gelingenden Begegnung kommt nicht aus mir, sondern aus dem Segen Gottes. Mitfühlen zu können ist mehr als bedauerndes Mitleid. Mitgefühl ist ein Geschenk, ist Gnade.

Segen dient nicht dem unmittelbaren Glücksgefühl, sondern ist eben auch: Bestärkung in schweren Stunden. Diese Bestärkung steht allen zu Verfügung, die sich zu Traurigen wagen, aber ganz besonders natürlich den Trauernden selbst! Gottes Segen wird trauernden Menschen oft durch andere erfahrbar. So ist es in den obenstehenden Segensworten auch ausgedrückt.

Segen wird nicht nur,  vielleicht sogar in den seltensten Momenten unmittelbar als göttliches Geschenk erfahrbar. Segen ist das, was wir einander weitergeben, wie wir einander die Bestärkung durch Gottes Liebe zeigen können.

Gerade in der vor uns liegenden dunklen Jahreszeit ist es wichtig, um die Kraft, die Gott uns schenkt, zu wissen: So wie es ein Segen sein kann, wenn endlich die Tränen freien Lauf haben, so kann es ein Segen sein, mit einer trauernden Nachbarin ihr Schweigen zu teilen. Gott hat nie gesagt, dass sein Segen uns sofort ein glückliches Lachen schenkt, aber Gott hat seinen Segen immer denen verheissen, die schwere Zeiten vor sich hatten. Und es kann ein Segen sein, die eigenen Grenzen und Gaben, die eigenen Wortlosigkeiten und Möglichkeiten in der Begegnung mit traurigen Menschen zu erfahren. Gesegnet daran ist die liebevolle Verbindung zu den Grenzen und Tiefen des Lebens, die eben gerade in Begegnung ermöglicht wird. Jesus hat genau dies gelebt und konnte darum Gottes Segen in Worte wie dieses fassen: „Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“

So möge es sein. Wagen wir es, gerade in der dunklen Zeit des Jahres, aus der Bestärkung des Segens zu leben!

Britt Goedeking, Pfr`in Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Vorsitzende des Presbyteriums
Britt Goedeking, Pfr`in

Arbeitskreis Ehrenamt und Synodalbeauftragte für Gottesdienst im Kirchenkreis Saar-Ost


Blumenstr. 20
66538 Neunkirchen
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